Ein Abend für uns 2022

Am Donnerstag, 25. August 2022 konnten wir eine wunderbaren «Abend für uns» erleben. Es waren gegen 40 Frauen aus Vereinsvorständen und aus dem Kantonalvorstand angemeldet, eine tolle Zahl! So trafen wir uns bei schönstem Spätsommer- Abendwetter in Laupersdorf. Fast ein wenig mystisch war die Stimmung, als die Sonne direkt hinter den Sonnenblumen zu Ölgewinnung langsam unterging. Auf dem Betriebsgelände der Familie Gasser konnten wir Interessantes zur Geschichte, zur Herstellung und zum Vertrieb der feinen Öle aus dem Thal erfahren und den Betrieb besichtigen. Die Gassers stellen Thaler Rapsöl, Thaler Sonnenblumenöl und zwei feine Kräuterpasten sowie weitere Öle in Kleinmengen her. Die Produkte werden über das Label «so-natürlich» verkauft und sind in verschiedenen regionalen Lebensmittelgeschäften erhältlich.

Anschliessend kam auch der gemütliche Teil mit Degustation der feinen Produkte nicht zu kurz. Das vielfältige Buffet und die aufmerksame Bewirtung durch Familie Gasser und Margrit Buchwalder konnten wir so richtig geniessen. Die anwesenden Frauen nutzten die Gelegenheit zum regen Austausch untereinander, die Kantonalpräsidentin, Elisabeth Loser dankte Willy und Ruth Gasser, sowie Margrit Buchwalder mit persönlich ausgesuchten Geschenken für den großartigen Abend.

 

Links: www.gasser-oele.ch/ www.so-natuerlich.ch


DV des Katholischen Frauenbundes Solothurn in Laupersdorf

 

Dienstag, 26. April 2022

 

 

Abschied nach 45 Jahren

 

 

Nach einer abgesagten und einer online durchgeführten Delegiertenversammlung konnte Präsidentin Elisabeth Loser dieses Jahr die Vertreterinnen der Ortsvereine und der Einzelmitglieder des Katholischen Frauenbundes wieder live begrüssen: gut 50 Frauen aus dem ganzen Kanton kamen nach Laupersdorf. Sie wurden mit einem besonderen musikalischen Auftakt, der Darbietung der Jungtamburen Laupersdorf-Thal schwungvoll und taktvoll eingestimmt. Neben den üblichen Traktanden (Rechnung, Budget, Jahresbericht), war die Verabschiedung von Yvonne Gasser ein spezieller Moment. Seit 1977 hatte sie die Geschäftsstelle des KFS mit Umsicht geleitet und war vielen Frauen in den Ortsvorständen zur ersten Anlaufstelle geworden. Viele Dankesworte begleiteten sie in den Ruhestand. Es war ein bewegender Moment, als sie ihrer Nachfolgerin, Chantal Janz, eine Osterkerze überreichte, damit diese das Feuer und die Freude, mit der sie die Arbeit über die 45 Jahre getan hatte, weiterführen könne. Zur Freude Anlass gab die Wahl zweier neuer Vorstandsfrauen, Trix Huguenin und Nicola Benett Neukom, sodass der Vorstand sich als junges, modernes Team präsentieren kann. Dies konnte Simone Curau Aepli, die Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes, erfreut feststellen. Sie nahm die Gelegenheit des Besuches wahr und berichtete von neuen Wegen der Mitbestimmung der Basisfrauen bei zukünftigen Entscheidungsfindungen in der Arbeit des Dachverbands, was auf breite Zustimmung stiess. Kulinarisch verwöhnt von den Gastgeberinnen aus Laupersdorf und dem Ausblick auf eine Frauenreise nach Thüringen im nächsten Jahr schloss die Präsidentin die Versammlung den intensiven Abend mit einem grossen Dank an die Anwesenden.


Bildungs- und Besinnungstag des Katholischen Frauenbundes Solothurn vom Donnerstag, 31. März 2022 im Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz

 

Schöpfungsspiritualität entdecken

Die Kantonalpräsidentin Elisabeth Loser freut sich sehr, dass sie 30 Frauen mit der Referentin Silvia Huber zur Tagung willkommen heissen darf. Silvia Huber erzählt ihrerseits, dass sie sich seit ihrer Kindheit eng mit der Natur verbunden fühle. Ihre ersten Erfahrungen in Mutters Garten, deren Liebe zur Erde, deren Freude und ihr Staunen über das Wachsen, ihre Ehrfurcht vor den Tieren und die Wunder der Jahreszeiten gründeten den Anfang ihres eigenen lebens-langen Einsatzes für das Thema Schöpfung und Ökologie.

 

Als Einstimmung zur Frage, was wir uns unter Schöpfungsspiritualität vorstellen, schickt Silvia Huber uns auf eine Phantasiereise; und zurück in die Realität bringen wir die vielfältigsten Antworten darauf, wie etwa: 'sich in der Natur bewegen', 'ehrfürchtig handeln', 'Achtsamkeit üben', 'Kraft erleben', 'Staunen' - 'alles Leben ist ein Wunder', 'Verantwortung übernehmen', 'Lebensfreude', 'Trost spüren', 'sich finden', 'bewusst werden: es ist nicht alles möglich' ... und so weiter.

Spiritualität = Geistesleben = Gott spüren.

 

Interessiert folgen wir dem Referat zu den biblischen Bezügen und den christlichen Traditionen im Zusam- menhang mit der Schöpfung. Biblisch gesehen ist Gott der Schöpfer der Welt, und er hat den Menschen nach seinem Abbild aus Lehm geformt. Mit der Ausbreitung des Christentums entstand ein neues Bild, beeinflusst durch die griechische Kultur mit ihrem dualistischen Denken:

Es entstehen Hierarchien wie "oben-unten"; "Gott einereits - Welt andererseits"; "Seele und Leib"; "Geist und Materie";

"Mann und Frau" werden zu Gegensätzen.

Im Mittelalter steht der Mensch über der Natur, er herrscht mit Allmacht über sie. Es findet eine Entfremdung zwischen Gott und Schöpfung statt, mit Gewalt und ohne Rücksicht dringt der Mensch in die Welt ein.

Dagegen gab es einige Reformbewegungen, die nicht dem 'Mainstream' folgten: Da waren etwa Franz und Klara von Assisi, die eine enge Beziehung zur Natur verspürten und vertraten - eine Spiritualität, wie wir sie heute sehen. Da war auch Hildegard von Bingen, die Gott in der Natur erkannte und Heilkunde lehrte. - Fortlaufend entstehen neue dynamische theologische Entwicklungen. Andere biblische Grundlagen schaffen andere Zugänge zur Schöpfungsbezie-hung. 'Die Ruach' - die persönliche Seite Gottes - übersetzbar als Atem, Kraft, Lebensenergie und 'die Sophia', die Weisheit -  die beide wirkkräftig, ohne Hirarchie wahrnehmbar sind

 

Im 21. Jahrhundert entwickelt sich ein neues Denken. Der Begriff ökologische Theologie wird geboren und Frauen/Feministinnen schaffen neuen Zugang. Kirchliche Bewegungen wie Fastenopfer zeigen Zusammenhänge auf. Man kommt weg vom Bild, dass Gott der Herrscher über die Erde sei; viel eher sieht man Gott als Körper dieser Welt, und der Mensch lebt in Verbundenheit mit ihm, übernimmt eine aktive Rolle und Verantwortung in der Schöpfung.

 

Nach ihrer Stärkung mit Speis und Trank sammelten die Frauen bei strömendem Regen - ein Geschenk an die Natur - auftragsgemäss draussen im Garten "Objekte"ein. Danach stellten sie das Gefundene vor und berichteten, wie sie ihren Gegenstand mit Spiritualität in Verbindung bringen.

Im meditativen Abschluss bekräftigt schliesslich jede Frau persönlich, was sie von der Schöpfung für ihr Leben geschenkt bekommt. Nach dem Segen danken wir der Referentin mit einem herzlichen Applaus für die Inputs zum Einüben unserer Schöpfungsspiritualität und den spannenden, lehrreichen Tag.

 

Verena Müller-Soland