ÜBER UNSERE GESCHICHTE
Ein Kreis initiativer Frauen traf sich am 28. Juni 1920 im Zunfthaus zur Wirthen in Solothurn zur Gründung des Solothurnischen Katholischen Frauenbundes. Erste Präsidentin wurde Frau Anna
Schilling-von Arx, Olten, Aktuarin Frau Hildegard Schubiger-Hartmann, Solothurn und Kassierin Fräulein Elsa Tschuy, Olten. Beisitzerinnen waren die Frauen Lina von Sury-Glutz, Solothurn und Lina
Saladin-Marti, Dornach. Pfarrer Dr. Leodegar Düggelin, Olten, wurde der erste geistliche Begleiter. Pionierin des Kantonalverbandes war Fräulein Elsa Tschuy, Olten, eine der ersten Schülerinnen
an der Sozialen Frauenschule in Luzern und Mitgründerin des Katholischen Jugendamtes in Olten im Jahre 1923.
Die Maul- und Klauenseuche setzte der Expansion des neues Verbandes enge Grenzen. Doch schon im zweiten Jahr pilgerten 600 Solothurnerinnen nach Einsiedeln. Fragebogen und Gesuche um Anschluss,
1923 an die Pfarrämter versandt, wurden von diesen mehrheitlich negativ beantwortet. Ebenso traf der Gedanke einer Sparwoche für erholungsbedürftige Mütter auf Widerstand. Nicht wenige
Pfarrherren verwarfen die Idee als Nachahmung der Heilsarmee.
Die Frauen hatten Geduld und blieben standhaft. Nach zehn Jahren zählte der Kantonalverband 4800 Mitglieder in 29 Ortsvereinen und 405 Einzelmitglieder.
1925 wurde die „katholische Mütterfürsorge“, heute Fonds für Frauen gegründet. 1928 gründete der Frauenbund in Olten einen katholischen Kindergarten. 1933 wurden erstmals Exerzitien für Frauen,
Mütter, Jungfrauen, Landfrauen und –Töchter durchgeführt und wiederholt Wallfahrten nach Mariastein und Einsiedeln. Bis heute werden Bildungstage für Bäuerinnen und interessierte Frauen
durchgeführt. Jährlich wurden Herbstvorträge durchgeführt. Themen waren Erziehung, Partnerschaft, Religion, soziale und gesellschaftliche Anliegen.
1940 trat der Frauenbund der neutralen Frauenzentrale bei und engagierte sich seit da für die Rechte der Frau. Auch werden nun bischöflicherseits, im Gegensatz zu früher, interkonfessionelle
Aktionen gebilligt und sogar empfohlen. 1945 macht der Frauenbund noch keine Empfehlung für das Frauenstimmrecht, 1958 lädt er dann Frau Dr. Elisabeth Blunschi zu einem orientierenden Referat
ein. 1960 beschäftigte sich der KFS mit dem Gastarbeiterproblem. Ab 1970/71 waren Schulungskurse „Frau und Politik“ angesagt. Die damalige Präsidentin, Beatrix Läng-Heilinger, Solothurn
initiierte die Beratungsstelle für Ehe- und Lebensfragen sowie das Werk des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes „Solidaritätsfonds für Mutter und Kind SOFO“. In den 80er Jahren lud der SKF
und die Reformierten Frauen zu einem Weekend für Frauen ohne Partner ein. Vorständeschulungen, die regionalen Präsidentinnentreffen gehören bis heute zu den Jahresprogrammen, ebenso die
Ferienwochen für Seniorinnen und Senioren und die Vorbereitungen zum Weltgebetstag der Frauen und ein Bildungstag im Herbst.
Auf dem Hintergrund des Priestermangels bietet der KFS immer wieder Kurse zur Gestaltung von Gottesdiensten an. Der KFS ist nun in 54 Pfarreien aktiv mit 5300 Mitgliedern und 400
Einzelmitgliedern. Seit 1999 feiern die Frauen alle zwei Jahre ein oekumenisches Frauenkirchenfest.
2001 gab sich der KFS ein Leitbild mit dem Titel „Unser Traum ist der Beginn einer neuen Wirklichkeit“ in Anlehnung an das Leitbild des SKF. Seit da arbeitet der Vorstand in Ressorts und steht
mit dem Periodikum „Forum Salodurum“ in regelmässigem Kontakt mit den Orts-Vorständen und Einzelmitgliedern.
Der KFS bewegt sich heute in einem veränderten gesellschaftlichen Umfeld, mit einer veränderten Haltung vieler junger Frauen zur Institution Kirche. Er bleibt jedoch seinen christlichen Wurzeln
treu, nutzt die Erfahrung der Frauen über Generationen hinweg, ist katholisch, offen, ökumenisch ausgerichtet und parteipolitisch neutral.